Forschung und Diskussion
Zur Geschichte, Wirkung und Aktualität
von Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus

Über uns: Das Villigster Forschungsforum zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.

Das Villigster Forschungsforum (VFF) fördert die Wissenschaft und Forschung zur Entstehung, Struktur, Bedeutung und Wirkung von Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus sowie zu den geschichtlichen Weisen ihrer Reflexion. Die regelmäßigen Mitgliedertreffen dienen dem Zweck, disziplinäre und interdisziplinäre Debatten weiterzuentwickeln und neue Argumente und Forschungsansätze zu philosophischen, politischen und künstlerischen Fragen zur Diskussion zu stellen.

Das Forschungsforum organisiert wissenschaftliche Veranstaltungen und Forschungsprojekte und fördert die Publikationsprojekte seiner Mitglieder. Darüber hinaus strebt es die Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen an, die zu den gleichen Themen arbeiten.

Das VFF wurde im Jahr 2000 von Promovierenden des Evangelischen Studienwerks Villigst e.V. gegründet und existiert seit dem Jahr 2003 als unabhängiger Verein, in dem sich auch Nicht-Stipendiat*innen engagieren. Organisatorisch ist dieser dem Evangelischen Studienwerk nach wie vor eng verbunden.  

Neuerscheinung

Marc Grimm und Bodo KahmannAntisemitismus im 21. Jahrhundert. Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror.

„In den vergangenen Jahren vollzog sich eine deutlich beobachtbare Radikalisierung des Antisemitismus in Europa, die mit den islamistisch motivierten Terroranschlägen von Paris, Toulouse, Brüssel und Kopenhagen auch mörderische Konsequenzen hatte. Als Indikator für eine neue Qualität und Virulenz des Antisemitismus kann jedoch nicht nur der islamistische Antisemitismus gesehen werden, sondern auch die Zunahme von Antisemitismus in politisch und sozial arrivierten Kreisen und Milieus. Zugleich ist die Hemmschwelle für die Äußerung und Akzeptanz antisemitischer Ressentiments gesunken, sofern diese als „Israelkritik“ camoufliert sind. Parallel zu diesen Entwicklungen stellte der Antisemitismus sein Mobilisierungspotential für den politischen Protest auf der Straße unter Beweis, etwa im Rahmen der Mahnwachen für den Frieden und während des Gaza-Krieges 2014. Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen Aspekte dieser Entwicklungen und befassen sich schwerpunktmäßig mit Antisemitismus in der öffentlichen Kommunikation, islamischen Antisemitismus und Antisemitismus in politischen Bewegungen.“ (Website des Verlags)

Marc Grimm und Bodo Kahmann sowie mehrere Autor*innen des Sammelbandes sind Mitglieder des Villigster Forschungsforums.

Neuerscheinung

Dana Ionescu: Judenbilder in der deutschen Beschneidungskontroverse.

„In Deutschland entspann sich 2012 eine vehement geführte Kontroverse um kulturell-religiöse Vorhautbeschneidungen von männlichen Säuglingen und Jungen. Obwohl diese Kontroverse eine enorme Wirkung auf Jüdinnen/Juden hatte, blieb sie von der deutschsprachigen Antisemitismusforschung weitestgehend unbeachtet. Die Studie nimmt die Argumentationen der BeschneidungsgegnerInnen in den Blick und rekonstruiert die enthaltenen Judenbilder sowie deren Verhältnis zu antisemitischen Motiven. Die empirische Analyse basiert auf einem umfassenden Textkorpus, der sich aus medizinischen, psychoanalytischen und rechtswissenschaftlichen Publikationen sowie Artikeln aus Tageszeitungen, Online-Kommentaren und narrativen themenzentrierten Interviews mit BeschneidungsgegnerInnen zusammensetzt. Indem das Verhältnis von Antisemitismus und der Ablehnung von kulturell-religiösen Vorhautbeschneidungen präzise herausgearbeitet wird, lassen sich Facetten der Kontroverse als Ausprägungen eines gegenwärtigen Antisemitismus verstehen.“ (Webseite des Verlags)

Dana Ionescu ist Mitglied des Villigster Forschungsforums.

Neuerscheinung

Hans Joachim Hahn zus. mit Bettina Bannasch: Darstellen, Vermitteln, Aneignen. Gegenwärtige Reflexionen des Holocaust.

Wie kann Wissen über den Holocaust vermittelt werden, sodass es in gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln übertragen werden kann? Unter dieser Frage versammelt der vorliegende Band Aufsätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Arbeitskontexten, die sich mit dem Holocaust und seinen medialen Überlieferungen befassen. In den Beiträgen spiegeln sich dabei nicht nur disziplinär, sondern auch generationell unterschiedliche Erfahrungen im Hinblick auf Wahrnehmungs- und Deutungsmuster des Holocaust. Das komplexe, zunehmend spezialisierte Wissen über den Holocaust hat sich, gerade auch angesichts aktueller politischer Entwicklungen, dieser Frage in besonderer Weise zu stellen. 

Hans-Joachim Hahn sowie mehrere Autor*innen des Sammelbandes sind Mitglieder des Villigster Forschungsforums.