Symposion: Konstruktionen des Jüdischen und Orientalismus in der Moderne

Datum: 
22. Juni 2012 - 24. Juni 2012
Ort: 
Nordeuropa Institut, Humboldt-Universität zu Berlin

Haskala und jüdische Emanzipation zogen neue Konfigurationen im Verhältnis zwischen den in Europa lebenden Juden und ‚dem Orient’ nach sich. Viele jüdische Schriftsteller begannen sich der Imago des Orients sowie der maurischen Zeit in Spanien zuzuwenden und auch das Entstehen der modernen Orientwissenschaft wurde im deutschsprachigen Raum maßgeblich von jüdischen Wissenschaftlern geprägt. Die Formen jüdischer Identitätskonstruktion, die sich etwa auch im Synagogenbau des ausgehenden 19. Jahrhunderts widerspiegeln, zeugten nicht nur von einem neuen Selbstbewusstsein, sondern wurden von nicht-jüdischer Seite auch antisemitisch gewendet – wie etwa im Bild des orientalischen Juden im Unterschied zum abendländischen Christen.
Das gemeinsame zweitägige Symposion des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V. und des Arbeitskreises Juden in Skandinavien (Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin) wird dieses Feld der Selbst- und Fremdzuschreibungen untersuchen und mögliche Konvergenzen zwischen jüdischen Studien, Postcolonial Studies und Antisemitismusforschung eruieren.

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